Kurz gesagt: Eine Stahltreppe mit Holzstufen verbindet ein schlankes, tragfähiges Gerüst mit einer warmen, angenehm begehbaren Trittfläche. Für die Stufen eignen sich harte Laubhölzer wie Eiche oder Buche, am besten als verleimtes Holz mit 8 bis 10 Prozent Holzfeuchte. Wichtig sind richtige Stufenmaße, eine elastische Lagerung gegen Trittschall und bei größeren Gebäuden die Brandschutzanforderungen an notwendige Treppen.
Welche Bauformen gibt es?
Das Stahlgerüst bestimmt Optik und Statik der Treppe. Die Holzstufen werden aufgelegt und von unten verschraubt, meist über Stahlwinkel oder Konsolen.
| Bauform | Aufbau | Wirkung |
|---|---|---|
| Wangentreppe | zwei seitliche Wangen aus Flachstahl, Stufen dazwischen | klar, technisch, gut für gerade Läufe |
| Holmtreppe | ein mittiger oder zwei untenliegende Holme, Stufen aufgesattelt | leicht, Stufen scheinen zu schweben |
| Faltwerktreppe | gekantetes Stahlblech als durchgehendes Zickzackband, Holz als Auflage | flächig, ruhige Ansicht von der Seite |
| Gewendelte Treppe | Wangen oder Holm im Bogen, keilförmige Stufen | platzsparend, aufwendiger in der Fertigung |
Welche Form passt, hängt von Grundriss, Deckenöffnung und Anschluss an Wände ab. Eine Wangentreppe aus Flachstahl lässt sich gut mit einem Geländer im gleichen Material kombinieren, siehe Stahlgeländer aus Flachstahl.
Welches Holz eignet sich für die Stufen?
- Harte Laubhölzer: Eiche und Rotbuche sind wegen ihrer Härte für Stufen geeignet.
- Nadelhölzer: Tanne und Fichte eignen sich für weniger belastete Wohnhaustreppen.
- Ahorn: ist mittelhart und wird vor allem für Handläufe und Wangen verwendet.
- Verleimt statt massiv: Stufen aus brettschichtverleimtem Holz sind belastbarer, formstabiler und neigen weniger zum Reißen als Stufen aus einem Stück.
- Holzfeuchte: Für Innenräume gilt eine Holzfeuchte von etwa 8 bis 10 Prozent als Zielwert. Zu feuchtes Holz kann sich später verformen oder knarren.
- Stufendicke: je nach Material und Konstruktion etwa 40 bis 70 mm.
Holzwerkstoffe wie MDF sind weniger tragfähig und feuchteempfindlich und kommen eher als Kern mit Deckschicht in Frage. Bei gewachsten oder geölten Oberflächen helfen Stufenkantenprofile gegen Ausrutschen.
Welche Maße muss die Treppe einhalten?
Maßgeblich für Treppen in Gebäuden ist DIN 18065. Sie unterscheidet Wohngebäude mit bis zu zwei Wohnungen und sonstige Gebäude.
| Maß | Wohngebäude mit bis zu zwei Wohnungen | sonstige Gebäude |
|---|---|---|
| Nutzbare Laufbreite notwendiger Treppen | mindestens 80 cm | mindestens 100 cm |
| Steigung | 14 bis 20 cm | 14 bis 19 cm |
| Zwischenpodest | nicht vorgeschrieben | spätestens nach 18 Steigungen |
- Schrittmaß: 2 x Steigung + Auftritt soll etwa 63 cm ergeben; die ASR A1.8 nennt für Arbeitsstätten einen Bereich von 59 bis 65 cm.
- Unterschneidung: Bei offenen Treppen ohne Setzstufen und bei kleinen Auftritten ist eine Unterschneidung von mindestens 30 mm vorgesehen. Bei Holzstufen auf Stahl wird sie über den Überstand der Stufe hergestellt.
- Offene Stufen: Bei Treppen ohne Setzstufen ist der lichte Abstand zwischen den Stufen begrenzt, in Nichtwohngebäuden in der Regel auf 12 cm. Mit kleinen Kindern im Haus lohnt sich ein kleineres Maß oder eine Setzstufe.
- Handlauf: Treppen brauchen mindestens einen festen und griffsicheren Handlauf. Notwendige Treppen brauchen nach der NBauO beidseitig Handläufe; Ausnahmen gelten unter anderem für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 und für Treppen innerhalb von Wohnungen.
Geländerhöhen regeln die Landesbauordnungen, mehr dazu im Beitrag Geländerhöhe: was die Vorschriften verlangen.
Sind Holzstufen bei notwendigen Treppen erlaubt?
Im Einfamilienhaus ist die Kombination aus Stahl und Holz üblich. In größeren Gebäuden kommt es auf die Gebäudeklasse an. Nach der Musterbauordnung und zum Beispiel § 34 Abs. 4 BauO NRW gilt für tragende Teile notwendiger Treppen:
- Gebäudeklasse 5: feuerhemmend und aus nichtbrennbaren Baustoffen.
- Gebäudeklasse 4: aus nichtbrennbaren Baustoffen.
- Gebäudeklasse 3: aus nichtbrennbaren Baustoffen oder feuerhemmend.
Für die Gebäudeklassen 1 und 2 nennt die Vorschrift keine solche Anforderung. In NRW gelten die Absätze 3 bis 6 des § 34 außerdem nicht für Treppen innerhalb von Wohnungen. Ob Holzstufen in Ihrem Fall als tragende Teile gelten und zulässig sind, hängt vom Landesrecht und vom Brandschutzkonzept ab. Bauordnungsrecht ist Länderrecht; klären Sie das bei Mehrfamilienhäusern, Büros oder Praxen mit Architekt, Brandschutzplaner oder Bauaufsicht. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Wie wird die Treppe leise?
Holzstufen haben wenig Masse und übertragen Trittschall leicht. Leichte Konstruktionen aus Stahl und Holz reagieren außerdem empfindlicher auf Schwingungen. In Mehrfamilienhäusern gilt nach DIN 4109 für Treppenläufe und Podeste in der Regel ein bewerteter Norm-Trittschallpegel von höchstens 53 dB. Im eigenen Haus gibt es diese Anforderung nicht, Ruhe wünschen sich die meisten trotzdem.
- Holzstufen auf elastischen Zwischenlagen oder Winkeln mit elastischen Kissen montieren.
- Wandanschlüsse entkoppeln, damit die Treppe keinen Körperschall in die Wand leitet.
- Das Stahlgerüst ausreichend steif auslegen, damit es nicht schwingt.
- Keine starren Verbindungen zum Estrich; Fugen mit Randdämmstreifen trennen.
Wie läuft die Umsetzung ab?
- Aufmaß: Geschosshöhe von Oberkante Fertigfußboden zu Oberkante Fertigfußboden, Deckenöffnung, Wände. Am besten erst, wenn Estrich und Bodenaufbau feststehen.
- Planung: Stufenmaße, Laufform, Geländer und Befestigungspunkte festlegen; Statik für Stahlgerüst und Anschlüsse.
- Fertigung: Stahlteile werden in der Werkstatt gefertigt und beschichtet, innen meist pulverbeschichtet oder lackiert. Tragende Stahlbauteile fallen unter DIN EN 1090.
- Holz: Stufen werden nach Maß gefertigt und oberflächenbehandelt. Holz sollte vor dem Einbau an das Raumklima angepasst sein; Putz und Estrich müssen trocken sein.
- Montage: zuerst das Stahlgerüst, dann die Stufen mit elastischer Lagerung, zuletzt Geländer und Handlauf. Stufen bis zur Bauendreinigung schützen.
Ob eine Treppe nach Maß oder ein Bausatz besser passt, vergleicht der Beitrag Stahltreppe nach Maß oder Bausatz.
Häufige Fragen
Welches Holz ist für Stufen auf einer Stahltreppe am besten?
Harte Laubhölzer wie Eiche oder Buche, idealerweise als verleimte Stufe, weil sie formstabiler ist und weniger reißt als Massivholz aus einem Stück.
Wie dick sollten Holzstufen sein?
Üblich sind etwa 40 bis 70 mm, abhängig von Holzart, Spannweite zwischen den Auflagern und Konstruktion.
Knarren Holzstufen auf Stahl?
Knarren entsteht vor allem durch zu feuchtes Holz oder Reibung an harten Kontaktstellen. Trockenes Holz mit etwa 8 bis 10 Prozent Feuchte und elastische Zwischenlagen beugen vor.
Darf ich im Mehrfamilienhaus eine Stahltreppe mit Holzstufen bauen?
Das hängt von Gebäudeklasse, Landesrecht und davon ab, ob die Treppe eine notwendige Treppe ist. Klären Sie das vorab mit Brandschutzplaner oder Bauaufsicht.
Treppen und Geländer nach Maß: RICHTER Metallbau
RICHTER Metallbau ist ein inhabergeführter Familienbetrieb aus Hagen a.T.W. bei Osnabrück, seit 1994 im Metallbau tätig und zertifiziert nach DIN EN 1090. Wir fertigen Treppen und Geländer aus Stahl und Edelstahl nach Aufmaß in unserer Halle und montieren sie mit eigenem Team.
Sprechen Sie uns an: Telefon 05403 79599-0 oder E-Mail info@richter-mb.de. Mehr zu unseren Treppen und Geländern.
Quellen
- Holztreppen, Baunetz Wissen
- Stufen: Definition, Begriffe und Regeln, Baunetz Wissen
- Treppenlauf, Baunetz Wissen
- Podest, Baunetz Wissen
- Schallschutz bei Treppen, Baunetz Wissen
- Brandschutzanforderungen an Treppen und Treppenräume, Baunetz Wissen
- Musterbauordnung, § 34 Treppen
- § 34 BauO NRW 2018, Treppen
- ASR A1.8 Verkehrswege, Ausgabe März 2022
- DIN EN 1090-1, DIN Media
- NBauO § 34 Treppen (NI-VORIS)
Stand: 03.11.2026




