Kurz gesagt: Für Wandverkleidungen aus Metall kommen vor allem wetterfester Baustahl (Cortenstahl), nichtrostender Stahl (Edelstahl) und feuerverzinktes oder beschichtetes Stahlblech infrage. Welcher Werkstoff passt, hängt von Optik, Umgebung, Wartungsaufwand und dem Umgang mit Ablaufwasser ab. Außen wird die Verkleidung meist als hinterlüftete Fassade ausgeführt, für die je nach Gebäudeklasse Brandschutzanforderungen aus dem Landesbaurecht gelten.

Welche Metalle eignen sich für eine Wandverkleidung?

Die drei gängigen Varianten unterscheiden sich weniger in der Verarbeitung als darin, wie sie sich gegen Korrosion schützen und wie sie altern.

Werkstoff Korrosionsschutz Optik Worauf achten
Cortenstahl (wetterfester Baustahl) eigene Deckschicht (Patina) aus der Legierung rostbraun, verändert sich über die Jahre Ablaufwasser färbt darunterliegende Flächen, keine Dauerfeuchte, keine Chloride
Edelstahl Passivschicht durch Chrom metallisch, je nach Oberfläche matt, geschliffen oder glänzend Werkstoff passend zur Umgebung wählen, Fremdrost vermeiden
Stahlblech Feuerverzinkung, Zink-Aluminium-Überzug oder Beschichtung frei wählbare Farbe bei Beschichtung Schnittkanten und Beschädigungen der Beschichtung, Kontaktkorrosion

Alle drei Werkstoffe werden als Glattblech, Kassette, Trapez- oder Wellprofil und als Lochblech verarbeitet. Laut Baunetz Wissen werden Stahlbleche mit Dicken von 0,35 bis 3,00 mm zu Profilen, Kassetten oder Paneelen für hinterlüftete Fassaden verarbeitet.

Wie verhält sich Cortenstahl an der Fassade?

Cortenstahl ist ein niedrig legierter, wetterfester und schweißbarer Feinkornbaustahl. Ein typischer Vertreter ist S355J2W (Werkstoffnummer 1.8965) nach DIN EN 10025-5. Legierungsbestandteile wie Kupfer, Chrom und Nickel lassen an der Oberfläche eine dichte Deckschicht entstehen.

  • Dauer der Patinabildung: Nach den Angaben der Ökobau-Datenbank WECOBIS ist die Deckschicht je nach Umgebung nach etwa 1,5 bis 3,5 Jahren ausgebildet. Baunetz Wissen nennt einen Beginn nach wenigen Wochen und eine Dauer von bis zu drei Jahren.
  • Voraussetzungen: Wechsel von Feuchte und Trockenheit, gleichmäßiger Regenwasserabfluss, keine Dauerbefeuchtung, keine kleinen Spalte, keine Chloride wie in Küstennähe.
  • Ablaufwasser: Während der Patinabildung wäscht Regen Rostpartikel aus. Darunterliegende Bauteile wie Putz, Pflaster oder Fensterbänke können Flecken bekommen. Das muss in der Konstruktion berücksichtigt werden, etwa mit Rinnen, Kiesstreifen oder ausreichendem Abstand.
  • Innenseite: Gegen Schwitzwasser auf der Rückseite wird eine Schutzbeschichtung empfohlen.
  • Unterkonstruktion: Baunetz Wissen empfiehlt eine Unterkonstruktion aus Corten- oder Edelstahl, damit tragende Teile nicht korrodieren.

Bei erhöhter chemischer Belastung oder der Gefahr dauerhafter Feuchte ist auch für Cortenstahl eine Schutzbeschichtung sinnvoll.

Welcher Edelstahl passt wohin?

Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl. Für das Bauwesen ordnet die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-30.3-6 die Werkstoffe in Korrosionsbeständigkeitsklassen ein. Die Informationsstelle Edelstahl Rostfrei beschreibt die Einteilung so:

  • Klasse II (mäßig): zum Beispiel 1.4301 und 1.4541, für zugängliche Konstruktionen ohne nennenswerte Chlorid- oder Schwefeldioxidbelastung.
  • Klasse III (mittel): zum Beispiel 1.4401, 1.4404 und 1.4571, bei mäßiger Chlorid- und Schwefeldioxidbelastung und für unzugängliche Konstruktionen.
  • Klasse IV (stark): zum Beispiel 1.4462 und 1.4539, bei hoher Chloridbelastung, etwa in Spritzwasserzonen nahe am Meer.

Auch Straßen mit Tausalz in der Nähe, Industrieluft und Bereiche, die nicht vom Regen abgewaschen werden, erhöhen die Anforderung. Regelmäßig gereinigte Konstruktionen können dagegen eine Klasse niedriger eingestuft werden.

Für die Optik ist die Oberfläche entscheidend, nicht die Werkstoffklasse. Gängige Ausführungen für Fassaden sind 2B (kaltgewalzt, seidenmatt), geschliffene Oberflächen und glänzende Varianten; große glänzende Flächen können Spiegelungen verzerrt wiedergeben. Damit kein Fremdrost entsteht, dürfen keine Werkzeuge oder Schleifmittel verwendet werden, die vorher mit unlegiertem Stahl in Kontakt waren. Schutzfolien sollten direkt nach der Montage abgezogen werden, und Salzsäure darf bei der Reinigung nie verwendet werden. Mehr zur Pflege steht im Beitrag Edelstahlgeländer für außen.

Was ist bei Verkleidungen aus Stahlblech zu beachten?

Unlegiertes Stahlblech braucht einen Korrosionsschutz, etwa durch Feuerverzinken, Zink-Aluminium-Überzüge oder Kunststoffbeschichtungen. Für dauerhaft farbige Flächen wird häufig eine Verzinkung mit zusätzlicher Pulverbeschichtung kombiniert. Wie das funktioniert, erklären die Beiträge Feuerverzinken und Duplex-Beschichtung.

  • Kontaktkorrosion: Treffen unterschiedliche Metalle aufeinander, korrodiert bei Feuchtigkeit das unedlere Metall. Kunststoffzwischenlagen oder Beschichtungen trennen die Werkstoffe.
  • Wärmedehnung: Verkleidungen bewegen sich bei Temperaturwechseln. Befestigungen mit Langlöchern oder Gleitpunkten verhindern Zwängungen, besonders wenn Stahl mit anderen Metallen kombiniert wird.
  • Kanten und Bohrungen: Nach dem Beschichten gesetzte Schnitte und Bohrungen sind Schwachstellen und sollten möglichst vor der Beschichtung entstehen.

Welche Brandschutzanforderungen gelten für Metallverkleidungen?

Metalle wie Eisen, Stahl, Edelstahl, Kupfer, Zink und Aluminium sind nach der Entscheidung 96/603/EG der EU-Kommission ohne Prüfung der Brandverhaltensklasse A1 zugeordnet, sofern sie nicht in fein verteilter Form vorliegen. Paneele mit organischen Schichten, etwa mit Dämmkern, fallen nicht unter diese Liste. Für Verbundpaneele und beschichtete Bauteile ist deshalb der Nachweis des Herstellers maßgeblich.

Für Außenwände regelt die Musterbauordnung in § 28, dass Oberflächen und Außenwandbekleidungen einschließlich Dämmstoffen und Unterkonstruktionen schwerentflammbar sein müssen. Diese Anforderung gilt nicht für die Gebäudeklassen 1 bis 3. Bei hinterlüfteten Bekleidungen mit geschossübergreifenden Hohlräumen sind besondere Vorkehrungen gegen die Brandausbreitung zu treffen. Die BauO NRW enthält in § 28 entsprechende Regeln, Niedersachsen regelt das Thema in der NBauO und den zugehörigen Bestimmungen.

Innen gelten in notwendigen Treppenräumen strengere Regeln: Nach § 35 Abs. 5 BauO NRW müssen Bekleidungen dort aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Weil Baurecht Länderrecht ist, stimmen Sie das konkrete Vorhaben mit Architekt, Brandschutzplaner oder Bauaufsicht ab. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Wie ist eine hinterlüftete Metallfassade aufgebaut?

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade trennt Wetterschutz und Wärmedämmung. Anforderungen und Prüfgrundsätze für hinterlüftete Außenwandbekleidungen mit und ohne Unterkonstruktion, einschließlich Verankerungen und Befestigungen, legt DIN 18516-1 fest (aktuelle Ausgabe 2024-10).

  1. tragende Außenwand
  2. Wärmedämmung, falls erforderlich
  3. Unterkonstruktion aus Konsolen und Profilen
  4. Luftschicht zur Hinterlüftung
  5. Bekleidung aus Metallblech oder Kassetten

Checkliste für die Planung:

  • Umgebung bewerten: Stadt, Land, Industrie, Nähe zu Straßen mit Tausalz
  • Werkstoff und Oberfläche passend zur Umgebung wählen
  • Ablaufwasser und Anschlüsse an Fenster, Sockel und Dach planen
  • Gebäudeklasse und Brandschutzanforderungen klären
  • Befestigungen und Unterkonstruktion werkstoffgerecht wählen
  • Dehnung und Fugenbild festlegen

Häufige Fragen

Wie lange braucht Cortenstahl bis zur fertigen Patina?

Je nach Umgebung etwa 1,5 bis 3,5 Jahre. Die Farbe wechselt in dieser Zeit von hellbraun über braun zu braunviolett.

Färbt Cortenstahl ab?

Ja, vor allem während der Patinabildung wäscht Regen Rostpartikel aus. Flächen unterhalb der Verkleidung sollten so geplant werden, dass Flecken nicht stören oder das Wasser gezielt abgeleitet wird.

Ist Edelstahl an der Fassade wartungsfrei?

Nicht ganz. Bei passendem Werkstoff ist der Aufwand gering, aber Ablagerungen in vom Regen geschützten Bereichen sollten gereinigt werden. Regelmäßige Reinigung senkt die Anforderung an die Korrosionsbeständigkeit.

Ist eine Metallverkleidung nichtbrennbar?

Das Metall selbst ist ohne Prüfung der Klasse A1 zugeordnet. Für die Bewertung der ganzen Fassade zählen aber auch Dämmung, Unterkonstruktion und eventuelle Beschichtungen oder Verbundkerne.

Loft-Türen und Metall im Innenausbau: RICHTER Metallbau

RICHTER Metallbau ist ein inhabergeführter Familienbetrieb aus Hagen a.T.W. bei Osnabrück, seit 1994 im Metallbau tätig und zertifiziert nach DIN EN 1090. Wir fertigen Stahl-Loft-Türen, Schiebetüren und Wandverkleidungen aus Metall als Einzelstücke in unserer Werkstatt.

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Quellen

Stand: 03.11.2026