Kurz gesagt: Feuerverzinkungen werden nach Gewicht abgerechnet, also in Euro pro Kilogramm oder Euro pro Tonne. Wie hoch dieser Satz ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie viel Oberfläche ein Bauteil je Tonne hat, wie gut es sich ins Zinkbad hängen lässt und wie viel Vorbereitung es braucht. Dünnwandige, sperrige oder verschmutzte Teile kosten pro Kilogramm deutlich mehr als massive, flache Träger.

Warum wird Feuerverzinken nach Gewicht abgerechnet?

Beim Stückverzinken nach DIN EN ISO 1461 durchlaufen fertige Stahlteile mehrere Stationen: Sie werden entfettet und gespült, in verdünnter Salzsäure gebeizt, gefluxt und getrocknet und anschließend in eine Zinkschmelze getaucht. Die Betriebstemperatur liegt in den meisten Betrieben bei 440 bis 460 °C. Nach dem Abkühlen werden die Teile gewogen, auf ihre Güte geprüft und bei Bedarf von Zinkspitzen befreit.

Das Gewicht ist damit eine einfache Abrechnungsgröße, die beide Seiten nachvollziehen können. Das Institut Feuerverzinken beschreibt die Preise ausdrücklich gewichtsbezogen, also in Euro pro Kilogramm oder pro Tonne. Für Nordamerika gibt der dortige Fachverband der Verzinker an, dass nach dem Gewicht nach dem Verzinken abgerechnet wird. Die aufgebrachte Zinkschicht wird dort also mitbezahlt. Ob eine Verzinkerei das Gewicht vor oder nach dem Verzinken ansetzt, sollten Sie im Angebot klären.

Welche Rolle spielt die Oberfläche je Tonne?

Die Oberfläche ist der wichtigste Preisfaktor. Bezogen auf das Gewicht steigt der Preis mit abnehmender Materialdicke, denn dünne Teile haben pro Kilogramm mehr Oberfläche und nehmen mehr Zink auf. Bezogen auf die Fläche ist es umgekehrt: Dünnes Material wird pro Quadratmeter günstiger, weil der Lohnanteil weniger ins Gewicht fällt. Ein niedriger Kilopreis bei schweren Trägern und ein hoher Kilopreis bei Gitterrosten widersprechen sich also nicht.

Bauteilart Oberfläche je Tonne (Richtwert) Tendenz beim Preis pro kg
Massive Stahlträger, dicke Bleche teils unter 10 m² pro Tonne niedrig
Gemischte Konstruktionen wie Treppen, Podeste, Geländer keine feste Angabe, je nach Profilen mittel bis hoch
Gitterroste, dünne Profile, filigrane Teile 100 m² pro Tonne oder mehr hoch

Die Richtwerte für Träger und Gitterroste stammen vom Institut Feuerverzinken. Für Mischkonstruktionen gibt es keine pauschale Zahl, hier entscheidet der Anteil an dünnen Profilen, Blechen und Kleinteilen.

Wie beeinflussen Größe und Form des Bauteils den Preis?

Jedes Bauteil muss in das Zinkbad passen. Maßgeblich ist das Nutzmaß des Kessels, das etwas kleiner als das Baumaß ist. Das Institut Feuerverzinken nennt als Beispiele Badabmessungen von 19,5 m x 1,8 m x 3,2 m und 9,8 m x 2,2 m x 3,1 m (Länge x Breite x Tiefe). Zusätzlich begrenzen die Hublasten der Anlage das Stückgewicht; Lasten über 10 Tonnen heben Verzinkereien selten.

  • Sperrigkeit: Sperrige, dreidimensionale Konstruktionen verteuern das Verzinken und können die Qualität beeinträchtigen. Flache, zweidimensionale Bauteile lassen sich dichter hängen.
  • Übergröße: Passt ein Teil nicht in einem Zug ins Bad, ist Doppeltauchen möglich, aber die Ausnahme. Es muss vor der Fertigung mit der Verzinkerei abgestimmt werden. Wegen der ungleichmäßigen Erwärmung droht Verzug; ein Stahlteil dehnt sich bis zur Badtemperatur um etwa 5 mm je laufenden Meter aus.
  • Segmentierung: Günstiger und technisch sicherer ist oft die Teilung in Segmente mit Schraub- oder Schweißstößen.
  • Chargen: Verzinkereien stellen ähnliche Bauteile zu Chargen zusammen, damit das Verzinken wirtschaftlich ist. Einheitliche Teile in größerer Stückzahl lassen sich besser bündeln als viele unterschiedliche Einzelstücke.

Welche Vorarbeiten treiben die Kosten?

Ein großer Teil der Mehrkosten entsteht nicht im Zinkbad, sondern davor. Der Auftraggeber ist dafür verantwortlich, Verunreinigungen zu entfernen, die Entfetten und Beizen in der Verzinkerei nicht beseitigen können, und zwar vor der Anlieferung.

  • Verunreinigungen: Farbige Signierungen, Beschichtungsreste, Schweiß- und Brennschlacken, Schweißspritzer, Grate, Bohrspäne und silikonhaltige Hilfsstoffe führen zu Fehlstellen im Zinküberzug. Leichte Öl- und Fettfilme entfernt die Entfettung meist selbst.
  • Rost und Zunder: Stark verrostete oder verzunderte Teile brauchen sehr lange Beizzeiten. Das Institut Feuerverzinken empfiehlt, sie vorab durch den Kunden auf den Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2½ strahlen zu lassen.
  • Hohlkörper: Geschlossene Hohlprofile und große Überlappungen brauchen Be- und Entlüftungsöffnungen. Ohne sie besteht beim Verzinken ein lebensgefährliches Explosionsrisiko. Kleine Überlappungen sind ringsum dicht zu verschweißen.
  • Materialdicken: Das dickste Detail bestimmt die Tauchdauer. Das Verhältnis von dünnstem zu dickstem Material sollte 1:5 nicht überschreiten.

Wer feuerverzinkungsgerecht konstruiert, spart also Nacharbeit und Rückfragen. Mehr zum Verfahren selbst lesen Sie im Beitrag Feuerverzinken: wie es funktioniert und wie lange es schützt.

Warum ändern sich Preise mit Stahlsorte und Zinkpreis?

Der Gehalt an Silizium und Phosphor im Stahl beeinflusst die Reaktion zwischen Eisen und Zink. Bestimmte Gehalte führen zu deutlich dickeren, meist matt grauen Überzügen. Die meisten verzinkten Stähle gehören zu den Reaktivitätskategorien A und B; bei den Kategorien C und D entstehen höhere Schichtdicken. Mehr Zink bedeutet mehr Gewicht, und bei einer Abrechnung nach dem Gewicht nach dem Verzinken auch einen höheren Rechnungsbetrag. Den Stahl wählt also nicht die Verzinkerei, sondern der Auftraggeber.

Hinzu kommt der Rohstoff. Laut Institut Feuerverzinken können sich Zinkpreisschwankungen auf den Preis der Feuerverzinkung auswirken. Wie stark der Zinkpreis schwankt, zeigt die vom Institut veröffentlichte Reihe gemittelter Verkaufspreise für Feinzink: Sie reicht von 1.880 Euro pro Tonne im März 2020 bis 4.520 Euro pro Tonne im April 2022. Fragen Sie deshalb nach, wie lange ein Angebot gilt und ob der Preis an den Zinkpreis gekoppelt ist.

Lohnt sich Feuerverzinken trotz der Kosten?

Der Preis pro Kilogramm ist nur der Erstschutz. Für die Wirtschaftlichkeit zählt vor allem die Schutzdauer. Nach DIN EN ISO 1461 muss die mittlere Zinkschichtdicke bei Stahl über 6 mm Dicke mindestens 85 µm betragen. Laut Institut Feuerverzinken, gestützt auf die Zinkkorrosionskarte des Umweltbundesamts, erreicht eine solche Schicht auf mehr als 95 Prozent der Fläche Deutschlands mehr als 50 Jahre Schutzdauer. Während dieser Zeit fallen in der Regel keine Instandhaltungskosten an. Wer zusätzlich eine farbige Oberfläche möchte, findet Hinweise im Beitrag Duplex-Beschichtung: Verzinken plus Pulverbeschichtung.

Wie bekommen Sie ein belastbares Angebot?

  • Stückliste mit Gewichten, Abmessungen und Stückzahlen beilegen, bei großen Teilen auch Zeichnungen.
  • Stahlsorte nennen, damit die Verzinkerei die Schichtdicke einschätzen kann.
  • Klären, ob nach dem Gewicht vor oder nach dem Verzinken abgerechnet wird.
  • Übergrößen, hohe Stückgewichte und Doppeltauchen vorab ansprechen.
  • Hohlkörper mit Öffnungen versehen und Verunreinigungen vor der Anlieferung entfernen.
  • Nachfragen, ob Zuschläge, Mindestmengen oder eine Zinkpreisbindung gelten.
  • Besondere Anforderungen an Optik, Passflächen oder Schichtdicke vorab schriftlich festlegen; DIN EN ISO 1461 stellt den Korrosionsschutz in den Vordergrund, optische Wünsche müssen vereinbart werden.

Häufige Fragen

Warum ist der Preis pro Kilogramm bei Gitterrosten so viel höher als bei Trägern?

Gitterroste haben 100 m² Oberfläche pro Tonne oder mehr, massive Träger teils unter 10 m². Je mehr Fläche pro Kilogramm verzinkt werden muss, desto höher ist der gewichtsbezogene Preis.

Kann ich alte, bereits lackierte Teile feuerverzinken lassen?

Beschichtungen müssen vorher vollständig entfernt werden, weil Entfetten und Beizen sie nicht beseitigen. Stark verrostete Teile sollten vorab gestrahlt werden. Das verursacht Zusatzaufwand, der in die Gesamtkosten einfließt.

Wie groß darf ein Bauteil zum Verzinken sein?

Das hängt vom Nutzmaß des jeweiligen Zinkbads und von den Hublasten ab. Beispiele aus der Praxis sind Bäder mit 19,5 m Länge oder mit 3,2 m Tiefe. Größere Teile lassen sich teilen oder in Ausnahmefällen nach Abstimmung doppelt tauchen.

Warum fällt meine Zinkschicht dicker aus als erwartet?

Meist liegt es an der Stahlzusammensetzung. Bestimmte Silizium- und Phosphorgehalte beschleunigen die Eisen-Zink-Reaktion. Auch sehr raue, scharfkantig gestrahlte Oberflächen bilden dickere Überzüge.

Stahlbau nach DIN EN 1090: RICHTER Metallbau

RICHTER Metallbau ist ein inhabergeführter Familienbetrieb aus Hagen a.T.W. bei Osnabrück, seit 1994 im Metallbau tätig und zertifiziert nach DIN EN 1090. Wir fertigen tragende Bauteile aus Stahl und Aluminium als zertifizierter Hersteller nach DIN EN 1090, von der Konstruktion bis zur Montage.

Sprechen Sie uns an: Telefon 05403 79599-0 oder E-Mail info@richter-mb.de. Mehr zu unserer Zertifizierung und unserem Stahlbau.

Quellen

Stand: 03.11.2026