Kurz gesagt: Für Außentreppen aus Stahl sind Gitterroststufen meist die erste Wahl, weil Wasser und Schmutz durchfallen und die Oberfläche griffig bleibt. Tränenblech ist geschlossen und hält darunterliegende Bereiche trocken, auf der Oberfläche bleiben Wasser und Eis aber stehen. Lochblech liegt dazwischen. Entscheidend sind die geforderte Rutschhemmung, die Maschenweite bei öffentlichen Wegen und die Frage, ob Setzstufen oder geschlossene Stufen vorgeschrieben sind.

Was unterscheidet die drei Stufenarten?

Gitterroststufen bestehen aus Trag-, Quer- und Randstäben, die rechtwinklig zueinander angeordnet und allseitig von Randstäben eingefasst sind. Üblich sind Pressroste, bei denen die Querstäbe in Schlitze der Tragstäbe eingepresst werden, und Schweißpressroste, bei denen die meist verdrillten Querstäbe eingepresst und an jedem Knoten verschweißt werden. Roste als Treppenstufen regelt DIN 24531-1 (Roste als Stufen, Teil 1: Gitterroste aus metallischen Werkstoffen).

Tränenblech ist ein warmgewalztes Stahlblech mit erhabenem Muster. Der Fachbegriff in der Norm lautet Riffelblech; maßgeblich ist DIN EN 10363. Das Muster soll die Rutschfestigkeit und Trittsicherheit verbessern. Die Fläche ist geschlossen.

Lochblech und Blechprofilroste entstehen durch Lochen und Verformen von Stahlblech. Gelochte Stufen mit aufgewölbten Rändern sind griffig und lassen Wasser ablaufen, die offene Fläche ist aber kleiner als beim Gitterrost.

Merkmal Gitterrost Tränenblech Lochblech / Profilrost
Oberfläche offen geschlossen teilweise offen
Wasser und Schnee fallen größtenteils durch bleiben auf der Stufe laufen durch die Löcher ab
Bereich unter der Treppe wird nass, Durchblick bleibt trocken wird teilweise nass
Absatzschuhe nur mit feiner Masche geeignet geeignet abhängig von Lochgröße
Laub und Schmutz fällt meist durch, Reste setzen sich in Maschen bleibt liegen, leicht abzukehren setzt sich in Löchern fest
Typischer Einsatz Fluchttreppen, Gewerbe, Bühnen überdachte Treppen, Podeste über Wegen Wohnbau, Gestaltung, Fassadennähe

Welche Rutschhemmung braucht eine Außentreppe?

Die Rutschhemmung wird in Bewertungsgruppen von R 9 bis R 13 angegeben und auf der schiefen Ebene geprüft, inzwischen nach DIN EN 16165. Je höher die Zahl, desto größer der Winkel, bis zu dem eine Person sicher steht; R 11 steht für einen Akzeptanzwinkel von mehr als 19 bis 27 Grad. Für Außentreppen in Arbeitsstätten fordert die ASR A1.5 grundsätzlich R 11, alternativ R 10 mit dem Verdrängungsraum V4. Die DGUV Regel 102-601 nennt dieselben Werte für Treppen auf dem Schulgelände.

  • Fragen Sie beim Hersteller den Nachweis der Bewertungsgruppe für genau die Stufe ab, die geliefert wird. Das Muster allein sagt nichts über die Klasse aus.
  • Bei Rosten sollen rutschhemmende Profilerhebungen nach DGUV Information 208-007 nicht höher als 2 mm über die Stäbe hinausragen.
  • Benachbarte Flächen, etwa Podest und Weg, sollen sich in der Rutschhemmung nur um eine Bewertungsgruppe unterscheiden.
  • Die Stufenvorderkante soll nach ASR A1.8 mit Radien von 2 bis 10 mm ausgebildet sein, damit niemand abrutscht oder hängen bleibt.

Welche Maschenweite ist die richtige?

Die DGUV Information 208-007 Roste, Auswahl und Betrieb nennt klare Grenzwerte:

  • Öffentliche Verkehrswege: Die Maschen dürfen in einer Richtung 10 mm lichte Weite nicht überschreiten, damit Schuhabsätze nicht hängen bleiben.
  • Arbeitsbühnen und Zugänge: Maschenteilung höchstens 34 x 51 mm, wenn keine besonderen Anforderungen an den Schutz vor herabfallenden Gegenständen bestehen.
  • Schutz vor herabfallenden Gegenständen: Bei Laufstegen und Bühnen darf eine Kugel mit 35 mm Durchmesser nicht hindurchfallen; liegen darunter Arbeitsplätze, die nicht nur gelegentlich betreten werden, gilt eine Kugel mit 20 mm.
  • Blechprofilroste: Lochränder oder Aufwölbungen sollen in keiner Richtung mehr als 50 mm Abstand haben, damit der Fuß nicht kippt.

Für Treppen an Wohnhäusern, Praxen oder Geschäften, die auch mit Absatzschuhen begangen werden, ist deshalb eine feine Masche sinnvoll. Für reine Fluchttreppen an Hallen genügt oft die Standardmasche.

Wann sind geschlossene Stufen oder Setzstufen Pflicht?

Gitterrost und Lochblech ergeben offene Treppen ohne Setzstufe. Das ist nicht überall zulässig:

  • Barrierefreie Treppen: Nach DGUV Information 215-112 sind für barrierefreie Treppen Setzstufen erforderlich. Trittstufen dürfen nicht über die Setzstufen vorkragen, und die Stufenkanten werden markiert: auf der Trittstufe mit einem Streifen von 4 bis 5 cm Breite, auf der Setzstufe mit mindestens 1 cm, besser 2 cm.
  • Schulen und Kitas: Die Schulbaurichtlinien verlangen Tritt- und Setzstufen, für Kitas begrenzt die DGUV die lichte Weite zwischen den Stufen. Details im Beitrag Fluchttreppen für Schulen und Kitas.
  • Treppen über Wegen: Liegen unter der Treppe Wege oder Eingänge, schützt eine geschlossene Stufe vor Tropfwasser und herabfallenden Gegenständen. Bei hoher Gefährdung durch herabfallende Teile darf der Belag nach DGUV Information 208-007 gar keine Öffnungen haben.

Eine Lösung für offene Treppen sind Setzstufen aus Blech hinter Gitterroststufen. Ob das reicht, klären Sie bei Rettungswegen mit Brandschutzplaner oder Bauaufsicht; Bauordnungsrecht ist Länderrecht, und dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Wie werden die Stufen gegen Rost geschützt und gepflegt?

Nach DGUV Information 208-007 richtet sich der Korrosionsschutz nach den Einsatzbedingungen. Im Außenbereich wird häufig feuerverzinkter Stahl eingesetzt, bei extremer Belastung oder im Lebensmittelbereich auch nichtrostender Stahl. Für Bauteile über 6 mm Materialdicke verlangt DIN EN ISO 1461 eine Mindestzinkschicht von 85 µm. Wie lange die Verzinkung hält, hängt von Korrosionsbelastung und Schichtdicke ab, siehe Feuerverzinken: wie es funktioniert und wie lange es schützt.

  • Roste müssen nach DGUV Information 208-007 auf mindestens 30 mm Auflagerlänge geplant werden und dürfen im Betrieb 25 mm nicht unterschreiten. Befestigungen regelmäßig prüfen.
  • Laub und Schmutz aus Maschen und Löchern entfernen, damit Wasser abläuft und die Rutschhemmung erhalten bleibt.
  • Im Winter kein grobes Streugut auf feinmaschige Roste, es setzt die Maschen zu. Bei Tränenblech ist Winterdienst wichtiger, weil Eis auf der geschlossenen Fläche bleibt.
  • Ausschnitte in Rosten, etwa für Rohre, mindern die Tragfähigkeit und müssen konstruktiv ausgeglichen werden.

Typische Fehler bei der Stufenauswahl

  • Tränenblech auf einer offenen, nicht überdachten Nordseite: Wasser und Reif bleiben stehen.
  • Grobe Masche an einem Hauseingang, über den Besucher mit Absatzschuhen gehen.
  • Offene Stufen an einer Treppe, die barrierefrei sein soll.
  • Stufen und Podest mit sehr unterschiedlicher Rutschhemmung.
  • Keine Kantenmarkierung, obwohl die Stufenkanten schlecht erkennbar sind.

Wie die Stufen in die Gesamtplanung einer Außentreppe passen, beschreibt der Beitrag Außentreppe aus Stahl mit Podest planen.

Häufige Fragen

Sind Gitterroststufen rutschfest?

Gitterroststufen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Für Außentreppen in Arbeitsstätten wird R 11 oder R 10 mit V4 gefordert; lassen Sie sich die Bewertungsgruppe der konkreten Stufe nachweisen.

Welche Maschenweite brauche ich für einen Hauseingang?

Für öffentliche Verkehrswege nennt die DGUV Information 208-007 höchstens 10 mm lichte Weite in einer Richtung. Für Eingänge mit Publikumsverkehr ist das ein sinnvoller Maßstab.

Ist Tränenblech für eine Außentreppe geeignet?

Ja, vor allem bei überdachten Treppen oder wenn der Bereich darunter trocken bleiben soll. Ohne Dach bleiben Wasser und Eis auf der Fläche, dann sind Rutschhemmung und Winterdienst besonders wichtig.

Kann man Gitterroststufen nachträglich mit Setzstufen versehen?

Technisch ist das oft möglich, etwa mit Blechen hinter den Stufen. Ob die Treppe damit die Anforderungen erfüllt, hängt vom Einzelfall ab.

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Quellen

Stand: 03.11.2026